Posts mit dem Label 4 Sterne werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label 4 Sterne werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Dienstag, 28. Oktober 2014

[Rezension] "Arkadien erwacht" von Kai Meyer

Inhalt:
Schon bei ihrer Ankunft auf Sizilien fühlt sich Rosa, als wäre sie in einen alten Film geraten - der Chauffeur, der ihre zufällige Reisebekanntschaft Alessandro am Flughafen erwartet; der heruntergekommene Palazzo ihrer Tante; und dann die Gerüchte um zwei Mafiaclans, die seit Generationen erbittert gegeneinander kämpfen: die Alcantaras und die Carnevares, Rosas und Alessandros Familien. Trotzdem trifft sich Rosa weiterhin mit Alessandro. Seine kühle Anmut, seine animalische Eleganz faszinieren und verunsichern sie gleichermaßen. Doch in Alessandro ruht ein unheimliches Erbe, das nicht menschlich ist ...

Meine Meinung:
Als Erstes mal ein paar Worte zur Idee der Geschichte: Liebe, Mafia und Fantasy. Ich liebe diese Zusammensetzung. Dazu kommt noch Italien, in diesem Fall Sizilien, als Handlungsort, was dem ganzen noch einen besonderen Touch verleiht. Nach dem Lesen dieses Buches spüre ich das Verlangen, sofort in ein Flugzeug zu steigen und mir die Insel genauer anzusehen. Der Cosa Nostra würde ich dabei vielleicht lieber aus dem Weg gehen, obwohl mir die Vorstellung, dort Alessandro zu treffen doch zusagen würde. 
Die Idee, dass die Personen dieser Clans Gestaltwandler sind, finde ich absolut genial (ich liebe Gestaltwandler einfach), vor Allem mochte ich Alessandro in seiner Tiergestalt. Auch Rosas Charakter war sehr gut ausgearbeitet. Bei ihr handelt es sich nicht um ein kleines naives Mädchen, wie man es von manch anderen Büchern gewohnt ist, Rosa kann nämlich durchaus Autos knacken und lässt auch das ein oder andere Mal was mitgehen (auch wenn sie es später wieder in einem Blumentopf versteckt). Man merkt, ich finde diese beiden Personen an sich wirklich gut, zusammen hat mir aber immer ein bisschen was gefehlt. Dann möchte ich noch kurz etwas zu einer Nebenperson loswerden: Tano. Für mich eine der interessantesten Figuren im Buch! Ich weiß, dass er unglaublich böse ist, aber ich hätte so gerne mehr über ihn erfahren, z.B. ob es einen bestimmten Grund gibt, warum es so abgrundtief böse ist oder ob es einfach seine Natur ist. Auch bei ein paar anderen Nebencharaktere hätte ich mir ein bisschen mehr Hintergrundwissen gewünscht.
Die Geschichte war für mich durchgehend spannend und der tolle Schreibstil und die kurzen Kapitel ermöglichen es einem, nur so durch das Buch zu fliegen. Liebe, Drama, Action - von Allem ist was dabei! Es bleiben natürlich einige Fragen offen, aber zur Abwechslung endet dieser Roman nicht mit einem fiesen Cliffhanger.

Fazit:
Ein rundum super Buch, bei dem doch das "gewisse Etwas" gefehlt hat. 

Eckdaten:
Autor: Kai Meyer
Titel: Arkadien erwacht
Seitenanzahl: 416
Preis: 19,90€
Verlag: Carlsen


Sonntag, 21. September 2014

[Kurzrezension] "Die Stadt der verschwundenen Kinder" von Caragh O'Brien


Inhalt:
Sag mir, wo die Kinder sind
Die junge Gaia gehört mit ihrer Mutter zu den wichtigsten Menschen ihrer Gemeinschaft: Als Hebamme muss sie jeden Monat die ersten drei Neugeborenen an der Mauer der Stadt abgeben – so lautet das Gesetz. Noch nie hat jemand es gewagt, gegen dieses Gesetz und die Herrscher jenseits der Mauer aufzubegehren. Doch dann werden Gaias Eltern verhaftet, und das Mädchen begibt sich auf die Suche nach dem Geheimnis der Stadt jenseits der Mauer – und nach dem Schicksal der verschwundenen Kinder …
Es ist eine unbarmherzige Welt, in der die sechzehnjährige Gaia aufwächst. Alles ist streng rationiert und jeder träumt von einem besseren Leben. Das ist jedoch nur wenigen Auserwählten vorbehalten, die in einer geheimnisvollen Stadt leben, der Enklave, hinter einer unüberwindlichen Mauer. Alle anderen müssen sich mit dem zufriedengeben, was die Enklave ihnen zuteilt. Der Preis dafür ist hoch: Jeden Monat müssen die ersten drei Neugeborenen an der Mauer abgegeben werden. Wer sich weigert, wird mit dem Tod bestraft, besonders Hebammen wie Gaia und ihre Mutter. Doch dann werden eines Tages Gaias Eltern verhaftet. Für das junge Mädchen zerbricht eine Welt, und sie beginnt Fragen zu stellen: Was geschieht mit den verlorenen Kindern? Als Gaia auf der Suche nach Antworten heimlich die verbotene Stadt betritt, beginnt für sie ein Abenteuer voller Gefahren, und sie macht eine Entdeckung, die das Schicksal der Kinder und die Zukunft der Menschen für immer verändern wird …

Meine Meinung:
Es hat leider ganze 80-100 Seiten gebraucht, bis ich in die Geschichte hinein gekommen bin und auch bis ich mit Gaia warm wurde. Danach konnte ich jedoch nicht mehr mit dem Lesen aufhören und regelrecht mit Gaia mitgefiebert. Leon hat vor Allem in der ersten Hälfte des Buches nicht besonders viele Auftritte, aber trotzdem war er mir sofort sympathisch und auch die heranwachsende Zuneigung der beiden Protagonisten fand ich gut und nicht zu überstürzt dargestellt. 
Die Idee, dass es in Zukunft kein Öl mehr gibt, gefällt mir sehr, da es ja auch wirklich und mit großer Wahrscheinlichkeit dazu kommen könnte.

Fazit:
Bis auf die Startschwierigkeiten ein unglaublich gutes und spannendes Buch, welches ich vor Allem Dystopie-Liebhabern empfehlen kann.

Eckdaten:
Autor: Caragh O'Brien
Titel: Die Stadt der verschwundenen Kinder
Originaltitel: Birthmarked
Seitenanzahl: 464
Preis: 16,99€
Verlag: Heyne fliegt


Sonntag, 31. August 2014

[Rezension] "Damals war es Friedrich" von Hans Peter Richter


Inhalt:
Zwei Jungen wachsen im selben Haus auf und gehen in die selbe Schulklasse. Jeder wird als einziges Kind von verständnis- und liebevollen Eltern erzogen. Selbstverständlich werden sie gute Freunde und jeder ist in der Familie des anderen daheim. Doch Friedrich Schneider ist Jude und allmählich wirft der Nationalsozialismus seine Schatten über ihn. Langsam gleitet die Geschichte aus der heilen Kinderwelt in ein unfassbares Dunkel.

Meine Meinung:
"Damals war es Friedrich" erzählt die Geschichte eine Freundschaft während des 2. Weltkrieges. Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Friedrichs Freund geschrieben, seinen Namen erfährt man allerdings das ganze Buch über nicht. Die Beiden wachsen zusammen auf und werden beste Freunde. Doch Friedrich ist Jude und im Laufe der Geschichte merkt man immer mehr, wie die Juden von der Gesellschaft ausgeschlossen oder besser gesagt gehasst werden. Deswegen wird es für die beiden Jungen immer schwieriger, in der Öffentlichkeit auch als Freunde aufzutreten. 
Das Buch zeigt sehr anschaulich, wie sich der Antisemitismus immer weiter verstärkt hat und was Juden alles nicht mehr tun durften. So durften sie z.B. keine deutsche Hausangestellten unter 45 Jahren beschäftigen, oder die jüdischen Kinder durften keine deutschen Schulen mehr besuchen.
Was mich ein bisschen gestört hat, waren die Zeitsprünge zwischen den Kapiteln. Jedes Kapitel behandelt eine Szene, z.B. sind die Jungs in einem Kapitel in einem Kaufhaus und im nächsten wird dann ein Geschehnis in der Schule erzählt. Das an sich finde ich eigentlich nicht wirklich schlimm, aber man weiß nicht wirklich, wie viel Zeit zwischen diesen beiden Handlungen verstrichen ist, ob es nur ein paar Tage, Wochen oder sogar Monate sind. Dadurch fiel es mir schwer eine Beziehung zu den beiden Protagonisten aufzubauen. Eine kleine Hilfe dabei ist das Inhaltsverzeichnis, dort steht hinter dem jeweiligen Kapitel die dazugehörige Jahreszahl. 
Der Satzbau ist durchgehend sehr einfach gehalten und auch für junge Leser leicht verständlich. Auch werden im Anhang viele Begriffe erklärt und am Ende befindet sich außerdem eine Zeittafel, wo man z.B. erfährt, wann die ganzen Gesetze erlassen wurden.

Fazit:
Alles in Allem ein gutes, und auf alle Fälle auch wichtiges, Jugendbuch, welches mir, trotz der fehlenden Beziehung zu den Charakteren nahe ging.

Eckdaten:
Autor: Hans Peter Richter
Titel: Damals war es Friedrich
Seitenanzahl: 172
Preis: 5,50€ (meine Ausgabe)
Verlag: dtv